
Messung
Teil von Wie erfasse ich den Wasserverbrauch im Produktionsbetrieb?
Wasserverbrauch per Datenlogger überwachen: 3 Tools im Vergleich
Wasserverbrauch per Datenlogger überwachen: Drei Tools von Kamstrup, Endress+Hauser und Siemens im Vergleich, mit Schnittstellen, Preisrahmen und Beispielrechnung.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Kamstrup flowIQ 3100, Endress+Hauser Promag W 300 und Siemens SITRANS F M MAG 8000 decken drei verbreitete Messwege ab.
- Alle drei Geräte protokollieren Durchfluss und Zählerstand im Gerät und übertragen die Reihen per Funk oder Feldbus.
- Funkstandards wie wireless M-Bus, LoRaWAN und NB-IoT ersetzen zunehmend die feste Kabelanbindung.
- Listenpreise veröffentlichen die Hersteller nicht; die Beispielrechnung arbeitet mit gekennzeichneten Annahmen.
Was ein Datenlogger am Wasserzähler leisten muss
Ein Datenlogger am Wasserzähler schreibt Durchfluss und Zählerstand in festen Intervallen mit. Aus diesen Reihen entstehen Lastprofile, Leckagealarme und belastbare Verbrauchsdaten.
Vier Eigenschaften entscheiden über den Nutzen: Speichertiefe, Messauflösung, Alarmierung und Energieversorgung. Ein Intervall von einer Minute zeigt Spitzen und Nachtverbräuche, kostet aber Speicherplatz.
Für Abrechnungszwecke gilt die EU-Messgeräterichtlinie 2014/32/EU, kurz MID. Nur konforme Zähler dürfen für die verbrauchsabhängige Abrechnung eingesetzt werden. Die reine Betriebsmessung bleibt davon unberührt.
Die Regelwerke für Wasserzähler und Messanlagen betreut der Normenausschuss Wasserwesen (NAW) beim DIN.
Im Außenbereich entscheidet die Schutzart. Geräte der Klasse IP68 überstehen zeitweiliges Überfluten, nasse Schächte und Messgruben.
Die drei Tools im Vergleich
Die Übersicht fasst Herstellerangaben zusammen. Die Preisspalte enthält Annahmen ohne Umsatzsteuer, weil alle drei Anbieter ihre Preise über Vertriebspartner nennen.
| Tool | Messprinzip | Schnittstellen | Annahme Gerätepreis netto |
|---|---|---|---|
| Kamstrup flowIQ 3100 | Ultraschall, DN 15 bis DN 100 | wireless M-Bus, LoRaWAN, NB-IoT, Sigfox | 400 Euro |
| Endress+Hauser Promag W 300 | magnetisch-induktiv, bis DN 3000 | 4 mA bis 20 mA, HART, Modbus TCP, Ethernet-APL | 2.500 Euro |
| Siemens SITRANS F M MAG 8000 | magnetisch-induktiv, batteriebetrieben | Modbus RTU, Impulsausgang, optional Mobilfunk | 1.200 Euro |
Der flowIQ 3100 arbeitet mit Ultraschall und kommt ohne bewegte Teile aus. Der integrierte Logger erkennt Leckage und Rückfluss. Kamstrup nennt für die Funkausführung eine Batterielaufzeit von bis zu 16 Jahren.
Promag W 300 ist ein magnetisch-induktives Durchflussmessgerät für Wasser und Abwasser. Ein HistoROM-Speicher sichert Parameter und Messreihen im Gerät. Über die Plattform Netilion lassen sich die Daten in eine Cloud führen.
SITRANS F M MAG 8000 ist ein batteriebetriebener Wasserzähler für die Wasserwirtschaft. Logger und Messumformer sitzen in einem Gehäuse. Modbus RTU und Impulsausgänge stehen für die Leitwarte bereit.
Schnittstellen und Anbindung an die Leitwarte
Kabelgebunden sind M-Bus, Modbus RTU, Modbus TCP und analoge Stromschleifen verbreitet. In Neuanlagen kommt zunehmend OPC UA zum Einsatz.
Funklösungen brauchen Netzabdeckung im Schacht. LoRaWAN und NB-IoT reichen dort oft weiter als klassische Mobilfunkmodule. Eine Empfangsmessung vor der Bestellung verhindert Fehlkäufe.
Der Bitkom-Studienbericht Industrie 4.0 ordnet ein, wie weit deutsche Industriebetriebe Vernetzung und Datennutzung vorangetrieben haben. Der Bitkom-Umsetzungsmonitor Digitale Infrastruktur beschreibt den Zustand der Netze, auf die Funklösungen angewiesen sind.
Ein Gateway bündelt die Zählerdaten und übergibt sie per MQTT oder REST an das Leitsystem. Ohne Zeitstempel und einheitliche Zeitzone bleiben Messreihen verschiedener Hersteller schwer vergleichbar.
Kosten: Beispielrechnung für eine Messstelle
Die folgende Beispielrechnung nutzt gesetzte Annahmen und ist keine Herstellerangabe. Alle Beträge sind netto; bei Rechnungsstellung kommen 19 Prozent Umsatzsteuer hinzu.
- Gerät400 Euro netto
- Montage und Parametrierung350 Euro netto
- Gateway und Funkbetrieb150 Euro netto pro Jahr
- Auswertesoftware250 Euro netto pro Jahr
Im ersten Jahr summiert sich das auf 1.150 Euro netto. Ab dem zweiten Jahr bleiben 400 Euro netto jährlich. Bei eichpflichtiger Abrechnung kommt die Gebühr der Eichbehörde hinzu.
Für die Auswahl helfen vier Prüfpunkte:
- Speichertiefe von mindestens 90 Tagen
- Alarmgrenzen für Nachtverbrauch
- Schnittstelle passend zur Leitwarte
- Schutzart IP68 für Schächte
Häufige Fragen
Welcher Datenlogger eignet sich für die eichpflichtige Abrechnung?
Nur Zähler mit MID-Konformität. Kamstrup flowIQ und SITRANS F M MAG 8000 gibt es in eichfähigen Ausführungen.
Reicht ein Impulsausgang am vorhandenen Zähler?
Als Einstieg ja. Impulse liefern aber nur Summen und keine Alarme. Reed-Kontakte neigen zudem zu Prellungen und Doppelimpulsen.
Welche Funktechnik funktioniert im Schacht?
Wireless M-Bus arbeitet im Nahbereich. LoRaWAN und NB-IoT überbrücken größere Strecken. Messen Sie den Empfang vor der Bestellung.
Was kostet der Betrieb pro Jahr?
Die Beispielrechnung setzt 400 Euro netto jährlich für Gateway und Software an. Bei Cloud-Diensten kommt die Abrechnung nach Gerätezahl hinzu.


