Abwasser

Abwassergebühren in Ludwigshafen und Mannheim: Was Chemiebetriebe an der Rheinachse zahlen

Abwassergebühren Ludwigshafen Mannheim: Wie Chemiebetriebe an der Rheinachse Gebühren, Starkverschmutzerzuschlag und Kühlwasserkosten kalkulieren.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Die Abwassergebühren Ludwigshafen Mannheim hängen vom Gebührenmaßstab der jeweiligen Satzung ab, nicht nur von der eingeleiteten Menge.
  • Für Chemiebetriebe entscheidet der Indirekteinleitervertrag, welche Fracht- und Starkverschmutzerzuschläge fällig werden.
  • Anhang 2 und Anhang 15 der AbwV setzen die Einleitungsauflagen, Anhang 16 regelt die Kühlwassereinleitung in den Rhein.
  • Die Kühlwassergebühr Rhein ist ein Mengenpreis und wird über den Vorfluterzustand beeinflusst.
  • KfW-Programme wie 291 fördern Abwasser- und Kreislauftechnik, wenn die Einsparung nachweisbar ist.

Warum die Rheinachse zwischen Ludwigshafen und Mannheim ein Sonderfall ist

Ludwigshafen am Rhein ist der größte zusammenhängende Chemiestandort Deutschlands. Auf dem Werksgelände im Norden der Stadt stehen Produktionsanlagen, Kraftwerke und Kühlkreisläufe auf engem Raum. Abwasser entsteht dort nicht in einem Strom, sondern in Dutzenden Teilströmen mit sehr unterschiedlicher Belastung.

Direkt gegenüber liegt Mannheim. Linksrheinisch gilt rheinland-pfälzisches Recht, rechtsrheinisch baden-württembergisches. Für große Einleiter in Ludwigshafen am Rhein ist die Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd in Neustadt an der Weinstraße zuständig, die wasserrechtliche Erlaubnis wird dort erteilt. In Mannheim führt das Regierungspräsidium Karlsruhe die Verfahren, die Untere Wasserbehörde sitzt bei der Stadt.

Auch Kanalnetz und Gebührenrechnung liegen bei verschiedenen Stellen. In Ludwigshafen betreibt der Wirtschaftsbetrieb Ludwigshafen das Netz und erhebt die Gebühren auf Grundlage der städtischen Satzung. In Mannheim erledigt das die Stadtentwässerung Mannheim, deren Kläranlage in Sandhofen in den Rhein einleitet.

Für kaufmännische Leiter heißt das: Ein Vergleich der Abwassergebühren Ludwigshafen Mannheim ist kein Preisvergleich zweier Nachbarstädte. Es sind zwei Abrechnungssysteme, zwei Genehmigungslagen und zwei Sätze von Einleitungsauflagen.

Dazu kommt der Rhein selbst. Er ist Vorfluter für beide Städte und für die großen Werke. Die Internationale Kommission zum Schutz des Rheins und die Wasserrahmenrichtlinie setzen enge Grenzen für zusätzliche Frachten und für Erwärmung. Wer neu einleiten will, verhandelt deshalb über eine Genehmigung und nicht über einen Preis.

Die Folge ist ein Genehmigungsvorbehalt, der die Kostenstruktur prägt. In Ludwigshafen am Rhein liegen Produktion, Kühlung und Abwasserbehandlung auf demselben Gelände. Ein Teil des Abwassers verlässt das Werk daher gar nicht in Richtung kommunaler Kanal, sondern erreicht den Rhein über werkseigene Wege.

Kommunale Abwassersatzungen im Vergleich: Maßstab, Zuschlag und Verträge

Wer wissen will, was ein Kubikmeter kostet, kommt an zwei Dokumenten nicht vorbei: Abwassersatzung Ludwigshafen und Abwassersatzung Mannheim. Beide legen fest, welche Abwässer eingeleitet werden dürfen und wie die Gebühr berechnet wird. Beide werden jährlich über die Gebührenkalkulation angepasst, in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg auf Grundlage des jeweiligen Kommunalabgabengesetzes.

Punkt Ludwigshafen Mannheim
Kanalnetz und Abrechnung Wirtschaftsbetrieb Ludwigshafen Stadtentwässerung Mannheim
Aufsicht großer Einleiter SGD Süd, Untere Wasserbehörde Stadt Regierungspräsidium Karlsruhe, Untere Wasserbehörde Stadt
Maßstab Menge und Fracht je Teilstrom Menge und Fracht je Teilstrom
Zuschlag Starkverschmutzerzuschlag nach Satzung Starkverschmutzerzuschlag nach Satzung
AbwV-Bezug über Genehmigung und Vertrag über Genehmigung und Vertrag
Behandlung und Vorfluter kommunale Behandlung, Rhein Kläranlage Sandhofen, Rhein

Gebührenmaßstab

Der Maßstab ist das Raster, in das jeder Teilstrom fällt. Ein mengengebundener Maßstab rechnet Kubikmeter ab, ein verschmutzungsabhängiger Maßstab zusätzlich CSB, Stickstoff, Phosphor, Schwermetalle und Salzfracht. Am Chemiestandort in Ludwigshafen führt das dazu, dass ein einzelner Betrieb mehrere Maßstäbe gleichzeitig bedient: Sanitärwasser nach Menge, Produktionsabwasser nach Fracht, Kühlwasser nach eigener Regel.

Starkverschmutzerzuschlag

Der Starkverschmutzerzuschlag greift, wenn die Fracht eines Teilstroms über die Schwelle der Satzung geht. Die Schwellen stehen nicht im Gesetz, sondern im Satzungstext und in den Anlagen dazu. Übliche Anknüpfungspunkte sind CSB, abfiltrierbare Stoffe, Stickstoff, Sulfat und Chlorid. Der Zuschlag wird als Aufschlag auf die mengenbezogene Gebühr oder als eigener Frachtpreis erhoben.

Die Schwelle ist die wichtigste Zahl der ganzen Kalkulation. Sie entscheidet, ob eine Vorbehandlung wirtschaftlich wird. In den Modellannahmen dieses Beitrags liegt sie bei 600 Milligramm CSB je Liter und 50 Milligramm Stickstoff je Liter. Das sind Annahmen, keine amtlichen Werte. Die gültigen Schwellen ergeben sich aus der aktuellen Fassung der Satzung und aus dem Einleitervertrag.

Indirekteinleitervertrag Chemie

Wer seine Teilströme in den Kanal gibt, ist Indirekteinleiter. Der Indirekteinleitervertrag Chemie regelt Grenzwerte, Probenahmestellen, Messfrequenz, Haftung und Kostentragung. Kommunen orientieren sich dabei an den Anforderungen für Direkteinleiter. Damit werden die Werte der Abwasserverordnung zum Vertragsbestandteil, obwohl sie für den Kanalbetrieb nicht unmittelbar gelten.

Entscheidend ist nicht die Konzentration im Einzelprozess, sondern die Konzentration an der Übergabestelle plus die Jahresmenge. Ein Betrieb mit strengen internen Grenzwerten kann deshalb trotzdem in den Zuschlag laufen, wenn sich Teilströme vor der Übergabe vermischen.

Einleitungsauflagen für Chemiebetriebe nach Anhang 2 und Anhang 15 AbwV

Die Abwasserverordnung legt in ihren Anhängen fest, welche Anforderungen Abwasser erfüllen muss, bevor es in ein Gewässer gelangt. Welche Anforderungen für Direkteinleiter und Indirekteinleiter gelten, steht in der AbwV mit ihren Anhängen.

Für den Chemiestandort ist Anhang 2 einschlägig. Er benennt die Parameter, die im Abwasser der chemischen Produktion begrenzt werden. Dazu gehören CSB, Stickstoff gesamt, Phosphor gesamt und abfiltrierbare Stoffe. Hinzu kommen AOX und Schwermetalle wie Chrom, Nickel und Kupfer.

Wer wissen will, welche Stoffe und Verfahren relevant sind, findet die Anforderungen nach Anlage 2 AbwV gebündelt.

Anhang 15 betrifft Abwasserströme, die nicht schon über Anhang 2 erfasst sind. Er arbeitet mit derselben Mechanik wie die übrigen Anhänge: Parameter, Probenahmeart und Bezugsgröße der Einhaltepflicht. Als Probenahmearten nennt die Verordnung unter anderem die qualifizierte Stichprobe und die Zwei-Stunden-Mischprobe.

Bezugsgröße ist die Jahresschmutzwasserfracht, also Konzentration multipliziert mit der Jahresmenge. Eine kurzfristig saubere Probe entlastet den Betrieb deshalb nicht, wenn die Jahresmenge hoch bleibt.

Welcher Anhang für welchen Teilstrom gilt, hängt vom Produktionszweig ab. In Ludwigshafen am Rhein muss die Zuordnung für jeden Teilstrom mit der zuständigen Behörde abgestimmt werden. Die Zuordnung ist kein Formalie, denn sie bestimmt Probenahmeart und Messaufwand.

Die Anhänge binden Direkteinleiter unmittelbar. Indirekteinleiter werden über die kommunale Satzung und den Einleitervertrag gebunden. Beide Wege führen in Ludwigshafen und Mannheim zu Grenzwerten, die im Vertrag stehen und nicht nur in der Verordnung. Wer die Vertragswerte kennt, kennt seine Kosten.

Kostenstruktur: Mengen-, Fracht- und Kühlwassergebühren

Die Rechnung am Chemiestandort besteht aus drei getrennten Blöcken. Sie werden unterschiedlich erhoben, unterschiedlich verhandelt und unterschiedlich gefördert. Eine Gesamtsumme allein sagt wenig über den wirksamen Hebel.

Mengengebühr

Die Mengengebühr bezieht sich auf jeden Kubikmeter, der in den Kanal oder in den Vorfluter gelangt. Sie ist der planbarste Posten. Am Standort Ludwigshafen am Rhein dominieren Sanitärwasser, Regenwasser aus dem Trennkanal und Prozesswasser. Regenwasser wird in beiden Städten über den versiegelten Flächenanteil oder über getrennte Kanäle berücksichtigt.

Frachtgebühr Abwasser

Die Frachtgebühr Abwasser rechnet die Masse der Inhaltsstoffe ab. Sie entsteht aus Konzentration mal Volumen und trifft Betriebe mit hohem CSB, Stickstoff oder Salzgehalt. Ein Standort mit eigener biologischer Stufe senkt die Fracht vor der Einleitung und damit diesen Block. Ein Standort ohne eigene Stufe zahlt sie über den Kanal.

Kühlwassergebühr Rhein

Die Kühlwassergebühr Rhein ist ein Mengenpreis mit saisonaler Komponente. Sie hängt von der eingeleiteten Menge und vom Zustand des Vorfluters ab. Für Kraftwerke ist sie der größte Einzelposten, für Chemiebetriebe mit großen Kälteanlagen ein relevanter. Wer Kühlkreisläufe schließt, senkt sie unmittelbar.

Neben diesen drei Blöcken stehen indirekte Kosten. Dazu gehören Analytik, Eigenkontrolle, Ersatzmessungen der Behörde und der Aufwand für die Abstimmung mit der Unteren Wasserbehörde. Diese Posten stehen in keiner Satzung, tauchen aber in jedem Budget auf.

Die Sätze selbst werden jährlich über die Gebührenkalkulation angepasst, in Ludwigshafen auf Grundlage des rheinland-pfälzischen Kommunalabgabengesetzes und in Mannheim nach baden-württembergischem Recht. Eine Preisliste, die älter als ein Jahr ist, taugt nicht als Kalkulationsgrundlage. Aktuelle Werte liefern nur die jeweils gültigen Satzungen.

Kühlwassereinleitung und Anhang 16 AbwV als Kostenfaktor am Rhein

Anhang 16 der Abwasserverordnung regelt Anforderungen an Abwasser aus Kraftwerken und aus der Kühlwassertechnik. Er betrifft Kraftwerke und Industriebetriebe mit großen Kühlwassermengen. Die Anforderungen nach Anhang 16 AbwV umfassen Temperatur, abfiltrierbare Stoffe, Biozide und die vorgesehenen Behandlungsverfahren.

Am Rhein ist die Temperatur der entscheidende Parameter. In der Genehmigungspraxis dienen 25 Grad Celsius als Orientierungswert im Vorfluter und etwa 23 Grad als Prüfschwelle, ab der eine Drosselung der eingeleiteten Kühlwassermenge verlangt werden kann.

Bei Niedrigwasser verschärfen die Behörden die Auflagen kurzfristig. Dann kann die Genehmigung eine Drosselung verlangen. Wer dafür keine technische Lösung hat, muss in Rückkühlung investieren oder die Produktion anpassen.

Die Lage an der Rheinachse verstärkt den Effekt. Ludwigshafen am Rhein und Mannheim liegen in einem Abschnitt, in dem mehrere große Einleiter dieselbe Wassermenge nutzen. Auch das Grosskraftwerk Mannheim und die Kühlkreisläufe des Chemiestandorts greifen auf denselben Strom zurück. Die zulässige Erwärmung wird deshalb über die Genehmigungen verteilt und nicht frei ausgehandelt.

Ein zweiter Kostenfaktor ist die Salzfracht. Kühlwasser wird mit Bioziden und Konditionierungsmitteln behandelt. Diese Stoffe gelangen mit dem Abschlämmwasser in den Kanal oder in den Rhein und können dort den Starkverschmutzerzuschlag auslösen.

Wer die Kühlwassermenge senkt, senkt Kühlwassergebühr und Salzfracht gleichzeitig. Die Kreislaufschließung wirkt damit auf zwei Blöcke der Rechnung und ist am Standort Ludwigshafen am Rhein der stärkste Einzelhebel.

Beispielrechnung für einen Chemiestandort mit Teilstrombehandlung

Die folgende Rechnung ist ein Modell. Mengen, Konzentrationen und Preise sind Annahmen. Die echten Sätze stehen in der jeweils gültigen Satzung. Das Modell zeigt, welche Größen die Entscheidung treiben, nicht was ein Betrieb tatsächlich zahlt.

Angenommen wird ein Chemiestandort in Ludwigshafen am Rhein mit drei Teilströmen.

  1. Sanitär- und Regenwasser: 80.000 Kubikmeter pro Jahr, gering belastet.
  2. Produktionsabwasser: 400.000 Kubikmeter pro Jahr, CSB 800 Milligramm je Liter, Stickstoff 60 Milligramm je Liter.
  3. Kühlwasser: 2.000.000 Kubikmeter pro Jahr, gering erwärmt.
Annahme Wert
Mengengebühr 0,70 Euro je Kubikmeter
Frachtgebühr CSB 0,45 Euro je Kilogramm
Frachtgebühr Stickstoff 1,20 Euro je Kilogramm
Kühlwassergebühr 0,03 Euro je Kubikmeter
Starkverschmutzerzuschlag 20 Prozent auf den mengenbezogenen Anteil
Zuschlagsschwelle 600 mg/l CSB und 50 mg/l Stickstoff

Ohne Teilstrombehandlung werden alle drei Ströme gemeinsam übergeben. Der Produktionsstrom hebt die Mischkonzentration und löst den Starkverschmutzerzuschlag aus. Nach der Vorbehandlung sinkt der CSB von 800 auf 150 Milligramm je Liter, der Stickstoff von 60 auf 20.

Position Ohne Behandlung Mit Behandlung
Mengengebühr, 480.000 m³ 336.000 Euro 336.000 Euro
Frachtgebühr CSB 147.600 Euro 30.600 Euro
Frachtgebühr Stickstoff 29.760 Euro 10.560 Euro
Starkverschmutzerzuschlag 67.200 Euro 0 Euro
Kühlwassergebühr, 2 Mio. m³ 60.000 Euro 60.000 Euro
Summe pro Jahr 640.560 Euro 437.160 Euro

Die Differenz beträgt 203.400 Euro pro Jahr. Dieser Betrag ist der jährliche Nutzen der Teilstromanlage.

Dem steht die Investition gegenüber. Für die Modellrechnung werden 1.150.000 Euro angesetzt, finanziert über ein KfW-Programm mit einem Tilgungszuschuss von 20 Prozent. Der Eigenanteil sinkt damit auf 920.000 Euro. Die Betriebskosten der Anlage liegen bei 55.000 Euro pro Jahr, sodass ein Netto-Vorteil von 148.400 Euro bleibt.

Daraus ergibt sich eine Amortisation von gut sechs Jahren. Bei niedrigeren Frachten oder geringeren Zuschlägen verschiebt sich der Wert deutlich nach hinten. Deshalb steht am Anfang jeder Investitionsentscheidung die Prüfung der Satzung, nicht die Auslegung der Anlage.

Die Kühlwassermenge bleibt in diesem Modell unverändert. Wer zusätzlich den Kreislauf schließt, senkt die Kühlwassergebühr und reduziert die Salzfracht. Der zweite Investitionsschritt wirkt damit auf einen anderen Block als die Teilstrombehandlung.

Verhandlungsspielraum bei Vorbehandlungsverträgen und Messpflichten

Der Einleitervertrag ist kein Formular, das man unterschreibt. Er ist das Ergebnis einer Verhandlung zwischen Betrieb und Kommune. Der Spielraum liegt in vier Punkten: Grenzwerte, Messfrequenz, Probenahmestelle und Haftung. Jeder Punkt hat unmittelbare Kostenfolgen.

Grenzwerte

Grenzwerte können sich an den Anhängen der Abwasserverordnung orientieren oder darüber hinausgehen. Betriebe mit eigener Vorbehandlung können niedrigere Zuschläge vereinbaren, wenn sie die Einhaltung über einen längeren Zeitraum belegen. Nachweiszeiträume von zwölf Monaten sind dafür üblich.

Messpflichten

Messpflichten sind der unterschätzte Kostentreiber. Kontinuierliche Messung verlangt Geräte, Wartung und Personal im Schichtbetrieb. Diskontinuierliche Messung mit festen Terminen ist deutlich günstiger. Die Frequenz ist verhandelbar, wenn die Prozessstabilität belegt ist.

Probenahmestelle und Haftung

Die Probenahmestelle entscheidet über das Messergebnis. Eine Probe nach der Vorbehandlung zeigt andere Werte als eine Probe im Sammelkanal. Die Haftungsklausel regelt, wer bei einer Überschreitung zahlt und wie schnell ein Ereignis gemeldet werden muss. Pauschale Haftungsübernahmen sind für Chemiebetriebe riskant.

Ein weiterer Hebel ist die Bilanzierungsperiode. Wer saisonal stark schwankt, kann eine Jahresfrachtbilanz statt einer tagesbezogenen Bilanz vereinbaren. Das glättet Spitzen und kann den Zuschlag insgesamt vermeiden.

Für den Standort Ludwigshafen am Rhein kommt der Behördenweg hinzu. Änderungen an Teilströmen müssen mit der Unteren Wasserbehörde und der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd abgestimmt werden. Ein Vertrag, der die Genehmigungslage nicht abbildet, spart kurzfristig Geld und kostet später mehr.

Förderung von Abwasser- und Kreislauftechnik über KfW-Programme

Investitionen in Abwasser- und Kreislauftechnik sind förderfähig, wenn sie Ressourcen schonen. Die KfW bündelt entsprechende Förderangebote für Energieeffizienz und Umweltschutz für Unternehmen. Für Chemiebetriebe sind vor allem Programme relevant, die Produktionsprozesse und Kreislauftechnik finanzieren.

Das Energie- und Ressourceneffizienzprogramm für Produktionsanlagen und Prozesse läuft unter der Programmnummer 291. Vorhaben zur Abwärmenutzung werden unter der Nummer 292 geführt. Abwasser- und Kreislauftechnik fällt regelmäßig unter 291, wenn sie in einen Produktionsprozess eingebettet ist und Wasser, Energie oder Material einspart.

Die Konditionen legt die KfW tagesaktuell fest. Zinssätze und Tilgungszuschüsse ändern sich mit dem Marktumfeld. Im Modell dieses Beitrags wurde ein Tilgungszuschuss von 20 Prozent angesetzt. Ob dieser Satz für ein konkretes Vorhaben gilt, ergibt die Anfrage bei der KfW oder über die Hausbank.

Für einen Chemiestandort kommen typischerweise diese Vorhaben infrage:

  • Bau oder Erweiterung einer Teilstrombehandlung
  • Einbau von Membran- oder Umkehrosmoseanlagen
  • Schließung von Kühlkreisläufen mit Rückkühlung
  • Mess- und Regeltechnik zur Frachtreduzierung
  • Wärmerückgewinnung aus Abwasser

Die Förderung setzt einen Nachweis der Einsparung voraus. Wer CSB, Stickstoff oder den Frischwasserbezug senkt, kann die Differenz berechnen und dokumentieren. Für den Modellstandort in Ludwigshafen am Rhein sind das 203.400 Euro jährliche Gebührenersparnis, die als Ressourceneffizienz dargestellt werden.

Wichtig ist die Reihenfolge. Zuerst Satzung und Einleitervertrag prüfen, dann die Technik auslegen, dann das Förderprogramm wählen. Wer zuerst baut, bindet Kapital und verliert die Wahlfreiheit bei der Finanzierung.

Häufige Fragen

Wie hoch sind die Abwassergebühren in Ludwigshafen und Mannheim? Die Sätze stehen in den jeweils gültigen kommunalen Satzungen und werden jährlich über die Gebührenkalkulation angepasst. Eine belastbare Zahl ergibt sich nur aus der aktuellen Satzung plus dem individuellen Frachtprofil des Standorts.

Wann greift der Starkverschmutzerzuschlag? Er greift, wenn die Fracht eines Teilstroms über die Schwelle der Satzung geht. Anknüpfungspunkte sind meist CSB, abfiltrierbare Stoffe, Stickstoff und Salzfracht.

Was regelt Anhang 15 AbwV zusätzlich zu Anhang 2? Anhang 15 erfasst Abwasserströme, die nicht über Anhang 2 abgedeckt sind. Er nennt Parameter, Probenahmeart und Bezugsgröße, in der Regel die Jahresschmutzwasserfracht.

Was kostet die Kühlwassereinleitung in den Rhein? Die Kühlwassergebühr ist ein Mengenpreis mit saisonaler Komponente. Sie hängt von der eingeleiteten Menge und den Temperaturvorgaben der Behörde ab.

Lohnt sich eine Teilstrombehandlung wirtschaftlich? Das hängt von Fracht, Zuschlagsschwelle und Investitionskosten ab. Bei hohen CSB- und Stickstoffwerten amortisiert sich die Anlage in wenigen Jahren.

Welche KfW-Programme passen zur Abwassertechnik? Vor allem das Energie- und Ressourceneffizienzprogramm für Produktionsanlagen und Prozesse unter der Nummer 291. Die Konditionen legt die KfW tagesaktuell fest.

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