Karte zum Wartungsplan für Industriepumpen mit DIN 31051 und Prüfpositionen
Bild: Wassernutzen

Wasseraufbereitung

Teil von Welche Pumpen eignen sich für die Industrie?

Wartungsplan für Industriepumpen: Schritt für Schritt

Wartungsplan für Industriepumpen erstellen: Intervalle, Prüfpunkte und Dokumentation nach DIN 31051 und Herstellerangaben, Schritt für Schritt erklärt.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • DIN 31051 trennt Wartung, Inspektion, Instandsetzung und Verbesserung. Jede Position im Plan gehört in eine dieser Kategorien.
  • Herstellerangaben nennen Mindestfristen. Kürzere Intervalle sind zulässig, längere nur mit schriftlicher Begründung.
  • Vier Angaben stehen hinter jeder PositionIntervall, Prüfpunkt, Zuständigkeit, Nachweisform.
  • Der Plan wird nach der ersten Prüfrunde nachjustiert, nicht einmalig festgeschrieben.

Schritt 1 und 2: Anlagenverzeichnis und Zuständigkeiten

Zuerst werden alle Pumpen mit Inventarnummer, Bauart, Antriebsleistung, Fördermedium und Einsatzort erfasst. Kreiselpumpen, Verdrängerpumpen und Tauchpumpen haben unterschiedliche Verschleißteile, deshalb trennt das Verzeichnis die Bauarten. Der VDMA beschreibt in seinen Hinweisen zur Eignung von Pumpen für die Industrie die Auswahlkriterien für verschiedene Einsatzfälle.

Danach werden Instandhaltung, Elektrowerkstatt und Betriebsleitung benannt. Eine Person trägt die Gesamtverantwortung für den Plan. Ausführende für Schmierungen, Dichtungswechsel und Messungen erhalten namentliche Einträge. Ohne diese Zuordnung bleibt jede Frist unverbindlich.

Betriebsstundenzähler oder das Prozessleitsystem liefern die Laufzeiten. Stehen diese Werte nicht bereit, werden Kalenderfristen angesetzt und die tatsächlichen Betriebsstunden nach der ersten Runde nachgetragen.

Schritt 3 und 4: Prüfpunkte und Intervalle festlegen

Je Pumpe werden Betriebsanleitung und Ersatzteilliste ausgewertet. Wichtig sind Schmierfristen, zulässige Lagertemperatur, Grenzwerte für Vibration, Stromaufnahme und Leckage sowie Drehmomente für Schraubverbindungen. Jeder Wert wird mit Fundstelle in die Prüfliste übernommen.

Anschließend ergänzt die Instandhaltung eigene Erfahrung. Häufige Ausfälle an Stopfbuchsen, Gleitringdichtungen oder Kupplungen verkürzen das Intervall. Die Zuordnung der Maßnahmen zu Wartung und Inspektion folgt der Normungsarbeit der DIN-Ausschüsse.

Die Intervallstufen richten sich nach den Ausfallfolgen. Pumpen in der Hauptproduktion werden enger geplant als Reserveaggregate, die nur im Störfall laufen.

BaugruppeIntervallPrüfpunktNachweis
Lager1.000 BetriebsstundenTemperatur, Geräusch, FettzustandMessprotokoll
GleitringdichtungmonatlichLeckagerate, TropfenbildungSichtprüfprotokoll
Kupplung3 MonateAusrichtung, ElastomerzustandPrüfblatt
AntriebsmotorjährlichIsolationswiderstand, StromaufnahmeMesswertliste
ArmaturenhalbjährlichStellung, BetätigbarkeitCheckliste

Schritt 5: Plan erstellen, prüfen, freigeben

  1. Anlagenverzeichnis mit Bauarten und Leistungsdaten abschließen.
  2. Prüfpunkte je Baugruppe aus Herstellerangaben und Schadenshistorie sammeln.
  3. Intervalle als Betriebsstunden oder Kalenderfristen festlegen und den Umfang je Stufe staffeln.
  4. Zuständigkeit und Ersatzteilvorhaltung für jede Position eintragen.
  5. Plan vom Betriebsleiter freigeben und in das Instandhaltungssystem übernehmen.

Dokumentation und Nachweisführung

Jede Prüfung wird mit Datum, Name und Messwert erfasst. Abweichungen bekommen eine Folgemaßnahme mit Frist und erneuter Prüfung. Die Nachweise bleiben bis zur nächsten wiederkehrenden Prüfung abrufbar, bei sicherheitsrelevanten Bauteilen länger. Vorgaben zu Prüfungen und Unterweisungen bündelt die DGUV-Übersicht zu Vorschriften und Regeln.

Formulare enthalten Felder für Ist-Wert, Soll-Wert, Bewertung und Unterschrift. Elektronische Instandhaltungssysteme erzeugen aus den hinterlegten Intervallen automatisch Aufträge und erinnern an offene Positionen.

Der Wartungsplan ist Bestandteil der Gefährdungsbeurteilung und wird bei Umbauten angepasst. Ändern sich Fördermedium, Drehzahl oder Betriebsstunden, werden die Intervalle neu bewertet. Ein jährlicher Termin zur Durchsicht hält die Fristen aktuell.

Reservepumpen und Ersatzteile

Reservepumpen werden monatlich kurz gestartet, damit Lager und Dichtungen nicht festsitzen. Das Ergebnis wird wie eine reguläre Prüfung dokumentiert. Für jede Pumpe werden Verschleißteile bezeichnet, die im Lager liegen müssen: Dichtungen, Lager, Kupplungselastomer, Schraubensätze.

Häufige Fragen

Wie oft muss eine Industriepumpe gewartet werden?

Das hängt von Bauart, Fördermedium und Betriebsstunden ab. Üblich sind Sichtprüfungen monatlich, Schmierungen nach 1.000 bis 4.000 Betriebsstunden und eine Hauptprüfung jährlich. Herstellerangaben gelten als Mindestfrist.

Welche Rolle spielt DIN 31051?

Die Norm ordnet Instandhaltungsmaßnahmen in Wartung, Inspektion, Instandsetzung und Verbesserung. Sie hilft, Prüfpunkte eindeutig zu benennen und Ausfallzeiten auszuwerten.

Wer darf den Wartungsplan freigeben?

Die Freigabe erfolgt durch die Betriebsleitung oder die verantwortliche Instandhaltungsleitung. Ausführende erhalten den Plan als Arbeitsanweisung mit Intervallen und Nachweisformularen.

Was passiert bei überschrittenen Intervallen?

Die Prüfung wird nachgeholt und die Ursache dokumentiert. Bei sicherheitsrelevanten Bauteilen entscheidet die Betriebsleitung über eine Stilllegung bis zur Prüfung.

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